Lesenetz Hamburg

Tomatenrot oder Mobben macht traurig

Jan de Kinder
atlantis Verlag
40 Seiten
Fester Einband
978-3-7152-0679-0
Jan de Kinder
Monika Götze
Bilderbücher
ab 6

Rezension

(14.06.2014)

Rot fällt auf

Rot ist eine Signalfarbe. Rot leuchtet, steht für die Liebe, reizt aber auch, zeigt Zorn an. 
Rot fällt auf und so auch der „Ich-Erzählerin“ in der Geschichte von Jan de Kinder. „Du … „Du wirst rot.“ Dieses Rot hat sogar diverse Facetten - von Tomatenrot über Paprikarot bis zu Kirschrot kann es wechseln.
 Tom möchte aber gar nicht auffallen. Doch zu spät. Die anderen spüren ihre Macht, sie können Toms Rot an- und ausschalten. Das ist zum Lachen. Tom jedoch wird zunächst immer stiller. Bis es nicht mehr lustig ist. Die Ich-Erzählerin bekommt es schließlich sogar selbst mit der Angst zu tun. 
Die Situation eskaliert. Paul ist nicht mehr zu stoppen. Alle schweigen dazu. Oder? Hat jemand etwas gesehen? …
Rotwerden ist peinlich. Und so geht es auch dem Jungen Tom. Schön wäre es, wenn die anderen einfühlsam damit umgehen würden, doch stattdessen lachen sie, zeigen mit dem Finger auf ihn … bis es eben bedrohlich wird. Die Ich-Erzählerin spürt dies und möchte nicht mehr mitmachen. Aber wie?

Es geht in diesem Buch um Mobbing. Das Buch zeigt wie leicht so eine Situation entstehen kann und offenbart aber auch wie Mut sich einfach einstellen kann und dass man nicht unbedingt allein ist.

Weitere Infos

Dieses Buch bietet so Anlässe, sich mit solcherlei Ereignissen auseinanderzusetzen und gemeinsam darüber zu reden. Die aussagekräftigen Bilder unterstützen dabei sehr. Sie geben Raum, selbst zu deuten. Alles ist in gedeckten Farben gehalten, nur das Rot leuchtet. Die bedrohlichen Situationen wirken dadurch besonders laut.

Und als Tom das Mädchen fragt, ob es mit ihm Fußballspielen mag, ist es nicht mehr Tom, dem die Röte ins Gesicht schießt. Doch dann ist dieses Rot nicht mehr bedrohlich, sondern es ist einfach wunderschön.


 

Besprochen von:
Heike Roegler

Unsere Expertin für Bilderbücher und Bücher mit Hamburg-Bezug

Es war einmal ein kleines Mädchen, das fand Bücher einfach toll. Selbst als sie noch nicht lesen konnte, hat sie schon im zarten Alter von 2 Jahren in Büchern geblättert und sich an dem Rascheln der Blätter erfreut. Später hat sie dann - als sie schon lesen konnte - viele Bücher verschlungen. Ob ihr Lieblingsbilderbuch „Bi Be Bo Ba Bu, die Igelkinder“, den „Kleinen Wassermann“ oder „Momo“ - sie hatte einfach mit allen Büchern Spaß. Als Erwachsene begleiten sie nun immer noch Bücher. Nach ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin und ihrem Studium zur Kulturanthropologin (übrigens eine Idee, die sie aus einem Buch bekommen hat) und zur Museumsmanagerin arbeitet sie heute im Hamburger Kinderbuchhaus, im Ide Ehre Leseclub und veranstaltet selbst Werkstätten rund um das Thema Buch.
Sie heißt übrigens Heike Roegler. Und wenn sie nicht in einem Buch steckt, dann versucht sie sich vielleicht gerade an einer Buchapp, auf jeden Fall liest sie noch heute viel.

 

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Anstellen kann sehr unterhaltsam sein ...