Von dieser jungen Hamburger Illustratorin wünschen wir uns noch viele Bücher! Paulina Rauhs Bilderbuch „Oh nein“, das vor wenigen Monaten in renommierten Kunstanstifter Verlag erschienen, ist ein Geschenk für alle, die sprachbildend mit jungen Kindern arbeiten, und kommt dabei überhaupt nicht pädagogisch daher.
Links der Radfahrer in voller Fahrt, rechts die einzelne große Reißzwecke - oh nein! Ist das Prinzip erst einmal erkannt, macht die Dekodierung der Situation sehr viel Spaß. Jede Doppelseite ist ein Erzählanlass, direkt aus dem Leben gegriffen – eine Einladung, Dinge zu benennen, kausale und zeitliche Verknüpfungen herzustellen und ein paar Sekunden in die Zukunft zu blicken. Das macht Spaß, regt zum Erzählen an und das junge Gehirn (wir denken hier an Kinder der Elementar- und Vorschulstufe) lernt nebenbei: Im realen Leben kann alles Mögliche schiefgehen, aber oft ist es vorhersehbar. Daz gibt es schon viel zu sagen. Auf der nächsten Ebene könnte das Buch gar zu philosophischen Gesprächen über Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein herhalten, was natürlich auch für die Pädagogen eine Herausforderung ist. Aber möglich ist es! Noch ein Bonus: Paulinas Rauhs in Farbe und Strich reduzierte, flächige Bildsprache (Collagen aus Tonpapier, die digital bearbeitet werden) schreit förmlich danach, von den Kindern nachgezeichnet und erweitert zu werden. Allein die Vorsatzblätter bieten hier schon viel Material.
2025 war Paulina Rauh mit „Oh nein!" für den Illustratoren-Nachwuchspreis Serafina nominiert. Und, oh ja: Wir sind gespannt auf ihr nächstes Buch und hoffen, dass sie beim Zwiebelschneiden immer gut auf ihre Finger aufpasst! Leseprobe und weitere Infos auf
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